Maximilian Schell — ein weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannter Schauspieler und Produzent, der einen großen Beitrag zur Entwicklung der Filmindustrie leistete. Er ist Träger des Golden Globe und des Oscars. Schell versuchte sich in den verschiedensten Rollen und meisterte jede einzelne davon makellos, schreibt viennaski.eu.
Kindheit und Jugend
Maximilian Schell wurde am 8. Dezember 1930 in Wien geboren. Er war nicht das einzige Kind in der Familie; neben ihm gab es noch drei weitere Geschwister. Die Familie Schell war eine Künstlerfamilie. Sein Vater war ein bekannter Dramatiker und Dichter, seine Mutter eine berühmte österreichische Schauspielerin. Später schlugen alle Kinder den Weg der Schauspielerei ein.
Maximilians Vater war strikt dagegen, dass seine Kinder Schauspieler werden, da er befürchtete, es würde ihnen in Zukunft kein Glück bringen. Die Mutter hingegen förderte die Liebe zu dieser Kunstform, und so stand Maximilian bereits im Alter von drei Jahren zum ersten Mal auf der Bühne eines Wiener Theaters. Als Österreich 1938 von Hitler besetzt wurde, floh die Familie nach Zürich.
In seiner Kindheit war Maximilian ein wissbegieriges Kind; er liebte es, Bücher zu lesen und Klavier zu spielen. Im Jugendalter dachte er, er würde Musiker oder Dramatiker werden. Mit nur neun Jahren schrieb er sein erstes Theaterstück.
Nach dem Schulabschluss schrieb er sich an der Universität Zürich ein, wo er anfing, Fußball zu spielen und bald Mitglied der Rudermannschaft der Universität wurde. Parallel dazu arbeitete er nebenbei als Journalist. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog Schell nach Deutschland, schrieb sich an der Universität München ein und begann, Philosophie und Kunstgeschichte zu studieren.
Danach kehrte er nach Zürich zurück, leistete ein Jahr Militärdienst und nahm sein Studium an der Universität wieder auf. Bald jedoch wurde ihm das Studium zu langweilig, und er begann, am Theater Basel zu spielen.
Filmkarriere

Sein Schauspieldebüt gab er 1955 in dem Film „Kinder, Mütter und ein General“, der von den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs handelt. Darin spielte er die Rolle eines deutschen Offiziers, der vom Schlachtfeld desertierte. Dieser Film prägte für lange Zeit sein schauspielerisches Rollenprofil. Bald darauf wirkte er in vielen weiteren Filmen mit Kriegsthematik mit.
1961 wurde Schell für die Rolle des Anwalts im Drama „Das Urteil von Nürnberg“ engagiert. Kritiker waren begeistert davon, wie ideal der Schauspieler einen Mann darstellte, der versuchte, die Schuld für die Ermordung von Juden auf jeden zu schieben, nur nicht auf seine Mandanten. Diese Rolle brachte ihm den Oscar und den Golden Globe ein.
Nachdem er seine schauspielerischen Fähigkeiten verfeinert hatte, begann Schell, die unterschiedlichsten Charaktere zu spielen und zeigte damit alle Facetten seines Könnens. Zu seinen Rollen zählen Wladimir Lenin, Peter der Große, ein ägyptischer Pharao und viele andere Figuren.
Bald darauf entschied sich der Schauspieler, auch als Regisseur tätig zu werden und drehte den Film „Der Fußgänger“, für den er 1974 den Golden Globe erhielt und als bester fremdsprachiger Film für den Oscar nominiert wurde.
Schells persönlichste Arbeit war der Film „Meine Schwester Maria“, den er zu Ehren seiner Schwester schuf. Für diesen Film wurde er mit dem renommierten Fernsehpreis „Bambi“ ausgezeichnet.
Es ist bemerkenswert, dass Maximilian lange Zeit sowohl im europäischen als auch im Hollywood-Kino mitwirkte. Der letzte Film mit seiner Beteiligung war „Die Räuber“, der 2015, bereits nach dem Tod des Schauspielers, in die Kinos kam.
Das Privatleben von Maximilian Schell

Leider lief es in seinem Privatleben nicht immer so gut wie in seiner Karriere. Im Jahr 1960 schrieb die Presse über eine angebliche Romanze zwischen Schell und Soraya Esfandiary-Bakhtiary, der ehemaligen Ehefrau des Schahs von Persien. Diese Information wurde jedoch nie bestätigt.
1986 heiratete der Schauspieler Natalja Andreitschenko. Aus dieser Ehe ging eine Tochter hervor. Im Jahr 2005 ließen sich Natalja und Maximilian scheiden. Grund dafür war Schells Bekanntschaft mit Elisabeth Michitsch. Diese Beziehung endete jedoch 2008. Daraufhin kam Schell mit der Sängerin Iva Mihanovic zusammen, die seine letzte große Liebe werden sollte.
Während der Dreharbeiten zu einem Film stürzte der Schauspieler 2014 und verletzte sich schwer am Rücken. Nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus wurde bei ihm eine Lungenentzündung diagnostiziert.
Einige Wochen nach dem Vorfall wurde Maximilian in ein Krankenhaus in Innsbruck gebracht, wo er am Rücken operiert wurde. Jedoch erwachte der Schauspieler nach dem Eingriff nicht mehr. Am 1. Februar 2014 verstarb er unter Narkose. Als Todesursache wurden Komplikationen infolge der Narkose angegeben.