Am 8. Mai 1945 geschah das lang ersehnte Ereignis, auf das die ganze Welt gewartet hatte – die deutsche Wehrmacht kapitulierte. Dieser Tag markierte das offizielle Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung der Menschen vom nationalsozialistischen Regime. Um die Erinnerung an die mutigen Soldaten und die unschuldigen Opfer des Krieges zu bewahren, wurde in Wien das jährliche Festival „Fest der Freude“ ins Leben gerufen, schreibt viennaski.eu.
Besondere Merkmale des „Festes der Freude“

Das „Fest der Freude“ fand erstmals 2013 statt. Damals nahmen 10.000 Menschen daran teil. Seit seiner Gründung erfreut sich das Festival großer Beliebtheit, nicht nur bei den Wienern, sondern auch bei Besuchern aus anderen Städten, die es jedes Jahr besuchen. Bei dieser Veranstaltung feiern die Teilnehmer die Befreiung Europas von der nationalsozialistischen Herrschaft, gedenken der Millionen Opfer des Zweiten Weltkriegs und ehren und preisen die Befreier.
Seit 2013 findet das Festival auf dem zentralen Platz Wiens, dem Heldenplatz, statt. Dieser Ort wurde nicht zufällig gewählt. Am 15. März 1938 versammelten sich hier rund 4 Millionen Menschen, um der Rede Hitlers zuzuhören. Genau an diesem Tag verkündete er offiziell den Anschluss Österreichs an Deutschland. Viele befürworteten dies, ohne zu ahnen, was auf sie zukam.
Das Programm des Festivals ist reichhaltig. Tagsüber lauschen die Menschen den Reden von Kriegsveteranen und Politikern. Am Abend erstrahlt der gesamte Heldenplatz in hellem Licht und ein Konzert beginnt, bei dem die Gäste klassische Musik genießen, die von bekannten Künstlern dargeboten wird. Ein besonderer Platz im Konzertprogramm ist der „Ode an die Freude“ aus der Neunten Symphonie Beethovens gewidmet. Er schrieb diese Komposition, während er in Wien lebte. Seitdem ist sie die offizielle Hymne Europas.
Wenn die Wiener Symphoniker die Bühne betreten, empfangen die Gäste sie stehend und mit lautem Applaus – das ist bereits eine Art Tradition. Ihre Auftritte sind unglaublich und zugleich geheimnisvoll.
Jedes Jahr widmet sich das Festival einem anderen Thema. Zum Beispiel wurde 2022 das Thema des politischen Widerstands diskutiert und 2023 das Thema des zivilen Muts.
Nicht nur ein Festival, sondern auch eine Führung „Fest der Freude“
Vor Beginn des Festivals bieten die Organisatoren des „Mauthausen Komitee Österreich“ den Gästen ein einzigartiges Programm an, das dem Tag der Befreiung und der Geschichte des Heldenplatzes gewidmet ist. Die kurze Führung dauert zwei Stunden. Während dieser Zeit erfahren die Teilnehmer viele interessante Fakten über den 8. Mai, wie Europa von der deutschen Herrschaft befreit wurde, über Denkmäler und vieles mehr.
Die Führung deckt im Allgemeinen folgende Themen ab:
- Die Geschichte der Denkmäler auf dem Heldenplatz.
- Die Bedeutung des 8. Mai für Österreich und Europa.
- Die Geschichte des „Festes der Freude“.
- Das Kennenlernen von Kriegsveteranen.
Glanzpunkte des Festivals

Im Jahr 2014 besuchten 12.000 Menschen die Veranstaltung. Mehrere Vertreter der Regierung, angeführt vom österreichischen Bundespräsidenten, hielten eine Begrüßungsrede, woraufhin die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Bertrand de Billy die Bühne betraten.
2015 kamen 15.000 Gäste zum Festival. Bei der festlichen Veranstaltung hielten Helga Emperger, eine Teilnehmerin der Widerstandsbewegung, der österreichische Bundespräsident und Bundeskanzler sowie viele andere feierliche Reden. Besonders hervorzuheben ist die Rede des 102-jährigen Marko Feingold, der ein Konzentrationslager überlebt hatte. Er erzählte den Festivalbesuchern von den Leiden, die er durchmachen musste. Anschließend begann das Konzert, bei dem die Menschen klassische Musik hörten und miteinander ins Gespräch kamen.
2024 lautete das Hauptthema des Festivals „Gesetz und Gerechtigkeit im Nationalsozialismus“. Die Festivalgäste beteiligten sich aktiv an den Diskussionen und genossen die hervorragende Darbietung der musikalischen Kompositionen durch die Wiener Symphoniker.
Aus all dem kann man schließen, dass das „Fest der Freude“ sowohl für Erwachsene als auch für Kinder sehenswert ist, denn es ermöglicht nicht nur, die Geschichte Österreichs im Zweiten Weltkrieg kennenzulernen, sondern auch den Menschen Respekt zu zollen, die ihr Leben für den Sieg gaben.