Friedrich Lang – der Wiener Filmschaffende, der Hollywood eroberte

Der österreichische Filmemacher Friedrich Lang hat sich dank seiner einzigartigen Werke in den USA einen positiven Namen gemacht. Für seine Projekte im Genre des Expressionismus erhielt er eine Reihe von Ehrenpreisen. Als seine populärsten gelten die Schwarz-Weiß-Noir-Filme, die der Regisseur in Hollywood drehte, schreibt viennaski.eu.

Am Anfang war das Malen

Friedrich Christian Anton Lang wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Wien geboren. Er wuchs in einer wohlhabenden europäischen Familie auf. Seine Vorfahren stammten aus Mähren und gehörten verschiedenen Nationalitäten an. Nachdem sie sich in Österreich niedergelassen hatten, nahmen sie die im Land verwurzelten Traditionen an.

Seine Mutter, Paola, war jüdischer Herkunft, sein Vater, Anton, war Katholik und von „blauem Blut“. Nach der Hochzeit wünschte sich der Architekt sehnlichst, dass seine Frau und Kinder seinen Glauben annehmen würden. Schließlich konvertierte die Frau zum Christentum, als der kleine Fritz die Schule besuchte. Danach besuchte die Familie jedes Wochenende und an Feiertagen eine Wiener Kirche. Das Verhalten der Gemeindemitglieder während des Gottesdienstes erschien dem zukünftigen Regisseur in seiner frühen Kindheit als etwas Lächerliches und Widersprüchliches.

Trotz allem absolvierte der Junge eine klassische katholische Schule. Anschließend inskribierte er an der Technischen Hochschule an der Fakultät für Architektur. Der Vater unterstützte seinen Sohn tatkräftig dabei, seine zeichnerischen Fähigkeiten zu entwickeln, weshalb Lang im Alter von 17 Jahren das technische Zeichnen aufgab.

Nachdem er sich zum Maler umqualifiziert hatte, begann der junge Mann an der Wiener Akademie der bildenden Künste Malerei zu studieren. Später begeisterte er sich unter dem Einfluss von Julius Diez für angewandte Kunst.

Anfang 1910 reiste Friedrich durch Europa und besuchte in Paris Privatkurse bei Rudolf Julian und Maurice Denis. Bald lernte er herausragende, talentierte Persönlichkeiten kennen.

Als der Erste Weltkrieg begann, kehrte der junge Mann in seine Heimat zurück. Im Winter 1915 meldete er sich bei einer Infanterieeinheit. Für seine Teilnahme an den harten Kämpfen in Italien und Rumänien wurde der gebürtige Wiener mit einer Reihe von Ehrenauszeichnungen geehrt. Nach einer schweren Verwundung kam er in ein Lazarett. Auf dem Krankenbett schrieb er seine erste Erzählung.

Karriere im Film

Langs kreative Biografie beginnt im Jahr 1910. Seine Drehbücher bildeten die Grundlage für die Filme „Die Pest in Florenz“ und „Hilde Warren und der Tod“. Um im großen europäischen Kino Fuß zu fassen, musste der talentierte Regisseur mehrere Jahre lang unermüdlich arbeiten. Schließlich wurden die Leiter des Studios „Decla“ auf seine Werke aufmerksam und boten ihm eine Zusammenarbeit an.

1919 kam der Film „Harakiri“ in die Kinos, gefolgt von den expressionistischen Dramen „Der müde Tod“ und „Die Spinnen“. Es ist erwähnenswert, dass Langs mehrstündige Filme mit Bildern überladen und voller Liebesleiden und romantischer Sehnsucht waren. Einen riesigen Erfolg feierte der abendfüllende Kriminalfilm „Dr. Mabuse, der Spieler“, der von einem modernen Übermenschen erzählte.

Den Durchbruch in seiner Karriere brachte dem Wiener Regisseur das Epos „Die Nibelungen“, das aus zwei Teilen bestand und eine fundamentale Konzeption hatte. Die Verfilmung der klassischen altdeutschen Sage wurde zum Gegenstand der Bewunderung und zum Thema vieler Zeitschriftenartikel.

Ende der 1920er Jahre veröffentlichte Lang die Dystopie „Metropolis“ und den Science-Fiction-Film „Frau im Mond“. Diese Werke wurden in Deutschland produziert und erlangten sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum immense Popularität. 1930 wurde Friedrich mit dem Thriller „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ zum Pionier des Tonfilm-Noir-Genres, wobei er eine neue Aufnahmemethode anwandte.

Als die politische Lage in Europa angespannt wurde, ging Lang nach Amerika. In Hollywood lernte er berühmte Persönlichkeiten kennen. Die Inhaber erfolgreicher Filmstudios in Los Angeles nahmen den Autor origineller Ideen mit offenen Armen auf. In dieser Zeit wurde seine Filmografie um Werke wie „Auch Henker sterben“ und „Gehetzt“ ergänzt.

Das Lieblingsgenre des Filmemachers war der psychologische Thriller, den er in Filmen wie „Das Todeshaus am Fluß“ und „Im Geheimdienst“ entfaltete. Ein charakteristisches Merkmal dieser weltweit präsentierten Werke war ein spannungsgeladener und für alle unerwarteter Schluss.

In den 1950er Jahren erlebte seine Karriere in der Filmindustrie einen Abschwung. Die Western, Dramen und Kriminalfilme, die Lang in dieser Zeit schuf, schafften es nicht in die „Hitparade“ der Zuschauer.

Privatleben

Friedrich war dreimal verheiratet. Darüber hinaus hatte er Affären mit berühmten Frauen. Zu den Geliebten des Filmemachers zählten Kay Francis und Marlene Dietrich.

Langs erste Frau war Elisabeth Rosenthal. Seine zweite Frau war die Schauspielerin Thea von Harbou. Da sie keine Kinder hatten, konnten die Liebenden keine vollwertige Familie werden. Dennoch schrieben sie gemeinsam zahlreiche Drehbücher für Filme, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden. Trotz allem betrog Friedrich seine Frau, was ihrer Beziehung schließlich ein Ende setzte.

Nach der Scheidung wurde Lang zu einem beneidenswerten Junggesellen. Er begann viel Zeit in der Gesellschaft seiner Sekretärin, Lily Latté, zu verbringen. Bald darauf heirateten sie heimlich. Friedrich lebte glücklich mit seiner Auserwählten bis ans Ende seiner Tage; seine treue Frau unterstützte ihn in allen Belangen.

Bald zog das Paar nach Indien und kehrte dann wieder nach Amerika zurück. In seinen letzten Jahren trat Lang kaum noch in der Öffentlichkeit auf und widmete die meiste Zeit der Arbeit an seinen Memoiren, aber die Fans bekamen diese schriftstellerische Veröffentlichung nie zu sehen. Im August 1976 verstarb der talentierte Regisseur.

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