Die Geschichte des Lebens und des Wohlstands der erfolgreichen Familie Sacher in Wien

Wer von uns hat noch nie vom berühmten «Sacher»-Torte gehört? Er ist nicht nur eine Süßspeise, sondern ein wahres Wiener Symbol, das Imperien und Kriege überdauert hat. Hinter diesem legendären Schokoladen-Genuss steht aber eine nicht minder interessante Geschichte der Familie Sacher, die es schaffte, ein einziges Rezept in ein Imperium zu verwandeln. Wir nehmen Hotels oder bekannte Marken oft als etwas Unantastbares wahr, doch in Wirklichkeit stehen dahinter immer gewöhnliche Menschen – mit ihren Ambitionen, Skandalen, großen Erfolgen und unerschütterlichem Willen. Mehr dazu auf viennaski.eu.

Die Familie, die Wiens Symbole schuf

Die Erfolgsgeschichte der Familie Sacher begann mit einem jungen Konditor-Genie, blühte aber dank Ambitionen, kommerziellem Geschick und einem unbezwingbaren weiblichen Willen auf.

Die erstaunliche Geschichte dieser Familie begann mit Franz Sacher (1816–1907), dem traditionell die Kreation der weltberühmten Original Sacher-Torte zugeschrieben wird. Obwohl ein Teil seiner Geschichte von Legenden umrankt ist, die später sein Sohn unterstützte, legte gerade Franz das kulinarische Fundament, das aus einer einfachen Schokoladen-Süßigkeit ein österreichisches Symbol machte.

Der Sohn des Gründers, Eduard Sacher (1843–1892), hatte das Talent, Ideen in Geschäfte zu verwandeln. Der Erfolg stellte sich ein, als er das erste Delikatessengeschäft in der Nähe der Wiener Staatsoper eröffnete. Dieser Erfolg ermöglichte ihm den entscheidenden Schritt: 1876 gründete er das berühmte Hotel Sacher. Dank Eduards Bemühungen wurde die Sacher-Torte nicht nur ein Dessert, sondern eine wahre «Visitenkarte» des luxuriösen Etablissements.

Nach Eduards plötzlichem Tod im Jahr 1892 übernahm seine Ehefrau Anna Sacher (1859–1930) die Leitung des Hotels. Sie führte das Haus fast 40 Jahre lang und prägte es mit dem unvergesslichen Stil, Charakter und der Atmosphäre, die man mit dem «Sacher» verbindet. Anna war bekannt für ihre Exzentrizität und machte das Hotel zum beliebten Treffpunkt der europäischen High Society, wodurch dessen Status als Kultstätte gefestigt wurde.

Nach familiären und wirtschaftlichen Veränderungen ging das Hotel 1934 in den Besitz der Familie Gürtler über. Die profilierteste moderne Leiterin wurde Elisabeth Gürtler, die das Management in den 1990er Jahren übernahm. Die Tradition der familiären Geschäftsführung wird von ihren Kindern fortgesetzt. Sie bewahren den klassischen Ansatz und stellen sicher, dass die von Franz Sacher begonnene Geschichte weiterlebt.

Franz Sacher: Wie ein 16-jähriger Lehrling eine kulinarische Legende schuf

Die wichtigste und wohl mysteriöseste Figur in der Geschichte der berühmten österreichischen Familie ist Franz Sacher (1816–1907) – der Konditor, dessen Name auf ewig mit der Erfindung der legendären Sacher-Torte verbunden ist.

Der Ruhm ereilte ihn bereits als Teenager. Einer Familienlegende zufolge (die später aktiv von seinem Sohn Eduard verbreitet wurde), war der 16-jährige Franz im Jahr 1832 im zweiten Lehrjahr im Palais des österreichischen Außenministers, Fürst Metternich. Der Fürst befahl den Köchen dringend, ein besonderes Dessert für ein Abendessen mit hochrangigen Gästen zuzubereiten, und warnte streng davor, ihn am Abend blamieren.

Ausgerechnet an diesem Tag erkrankte der Chefkoch unerwartet, und die Aufgabe fiel dem jungen Franz zu. Der erst 16-Jährige erfand jenen Schokoladenkuchen mit Aprikosenmarmeladen-Füllung. Ein gelungener Zufall, der Franz widerfuhr. Obwohl Historiker vermuten, dass diese dramatische Version viele Jahre später von Eduard erfunden wurde, um die Nostalgie der Wiener nach der imperialen Vergangenheit zu bedienen, wurde die Torte Realität und von der ganzen Welt geliebt.

So wurde Franz Sacher zum Begründer der Dynastie und zum Vater eines der wichtigsten Symbole Österreichs. Den größten kommerziellen Aufschwung erlebte sein Werk jedoch dank seines Sohnes. Eduard eröffnete später das berühmte Hotel Sacher neben der Wiener Staatsoper, wo die Torte zu seinem Markenzeichen wurde. Das genaue, von Franz Sacher selbst kreierte Rezept, bleibt geheim gehalten, was die Legende und den Ruhm der Dynastie weiter nährt.

Anna Sacher: Die Begründerin der Wiener Luxuswelt

Anna Sacher (1859–1930) ist eine Persönlichkeit, die ihrer Zeit vorstand und die Erfolgsgeschichte ihrer Familie schrieb. Die Geschichte des Hotels Sacher ist untrennbar mit dem Namen dieser Frau verbunden – einer herausragenden österreichischen Hotelierin, die es verstand, das Etablissement ihres Mannes zu einer Weltlegende zu machen. Geboren in eine bescheidene Familie eines Wiener Fleischhauers, heiratete Anna Maria Fuchs 1880 Eduard Sacher. Eduard, der Sohn des Erfinders der berühmten Torte, war ein Unternehmer, der das Hotel Sacher gründete. Das Hotel bot der Aristokratie nicht nur die beste Küche, sondern auch separate Zimmer für private Treffen.

Die wahre Blütezeit des Hotels begann, nachdem Eduard 1892 vorzeitig verstarb. Die Leitung übernahm seine Witwe, die schnell als «Frau Sacher» bekannt wurde. Obwohl ihre Schönheit mit dem Alter verblasste, kompensierte Anna dies mehr als genug durch ihre furchteinflößende Persönlichkeit und ihren eisernen Willen. Sie wurde zur Ikone, die oft rauchend in Begleitung ihrer kleinen französischen Bulldoggen in der Öffentlichkeit zu sehen war. Trotz dieser Exzentrik sanken die Standards des Hotels nie. Fast vier Jahrzehnte lang führte sie ihr Geschäft meisterhaft in einer von männlichen Unternehmern dominierten Welt.

Das Hotel Sacher florierte nicht nur dank der legendären Schokoladen-Torte und der exquisiten Küche, sondern auch dank Annas besonderer Mentalität, die alles auf Nützlichkeit und Funktionalität ausrichtete. Das «Sacher», gegenüber der Oper und unweit der Hofburg gelegen, wurde zum Zeugen vieler Geheimnisse der Habsburger – von den Rendezvous der Erzherzöge bis zu den tragischen Gesprächen von Kronprinz Rudolf vor seinem Selbstmord. Anna brach nie das Schweigen über das, was in den privaten Räumen geschah. Und dank dessen vertraute ihr die höhere Gesellschaft grenzenlos.

Selbst nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs während des Ersten Weltkriegs, als Wien von hungernden und verarmten Aristokraten überflutet wurde, zeigte Anna eine edle Großzügigkeit. Sie versorgte arme Studenten mit Essen und Unterkunft, wofür sie mit einer der höchsten Auszeichnungen der neugegründeten Republik Österreich geehrt wurde – dem Goldenen Verdienstkreuz.

Obwohl Anna Sacher es ablehnte, Memoiren zu schreiben, wurden nach ihrem Tod im Jahr 1930 unzählige fesselnde Geschichten veröffentlicht. Der Trauerzug von Frau Sacher fuhr mit großer Feierlichkeit ein letztes Mal an ihrem weltberühmten Hotel vorbei, um den Respekt der Wiener vor der Frau zu bezeugen, die das Familienunternehmen in ein wahres kulturelles Erbe des Landes verwandelt hatte.

Wissenswertes über das kulturelle und kulinarische Erbe der berühmten Familie

Das Hotel Sacher und die gleichnamige Torte sind viel mehr als nur ein Etablissement oder ein Dessert. Sie wurden zu einem lebendigen Teil der kulturellen und politischen Geschichte Wiens. Über Jahrzehnte hinweg arbeitete die Familie Sacher daran, ihre Kreation zu fördern. Das Hotel Sacher war eine wichtige soziale Institution, die unablässig Elite, Diplomaten, Künstler und Vertreter der High Society anzog, und seine Geschichte ist eng mit den dramatischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts verwoben.

Zum Beispiel wurde das Hotelgebäude nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von den Besatzungsmächten genutzt und verwandelte sich von einem weltlichen Salon in ein wichtiges administratives Objekt. Es gibt sogar Erwähnungen einer kriminellen Geschichte aus dieser Zeit. Historische Aufzeichnungen des Hotels berichten von einem Terroranschlag im Jahr 1947 – Kofferbomben, die mit der Aktivität der radikalen Gruppe Irgun in Verbindung standen. Diese Fakten bestätigen, dass das «Sacher» nicht nur Kulisse, sondern unmittelbarer Teilnehmer an den komplizierten Nachkriegsereignissen war.

Der Ruhm der Familie Sacher hat sowohl historische als auch kulinarische Nuancen. Die bekannteste Kuriosität ist der sogenannte «Krieg» um die Plakette zwischen dem Hotel und der Konditorei Demel. Es gibt einen klaren visuellen Unterschied: Die echte Original Sacher-Torte, die im Hotel verkauft wird, hat immer eine runde Schokoladenplakette, während der Konkurrent eine dreieckige Marke verwendet. Diese Kleinigkeit ist der Höhepunkt jahrzehntelanger juristischer Streitigkeiten um das Recht, sich «Original» zu nennen.

Nicht weniger wichtig ist der kulturelle Fußabdruck des Erbes. Das Hotel und die Torte wurden mehrfach in der Weltliteratur und in Reportagen erwähnt und wurden zum Symbol der imperialen Größe der österreichischen Hauptstadt. Seine besondere Atmosphäre, das Gebäude und die Bar tauchen in vielen Erzählungen und Filmen über das Nachkriegs-Wien auf, oft assoziiert mit Detektiv-Ermittlungen und einem Treffpunkt internationaler Geheimdienste.

Quellen: www.wienerleben.at, www.pension-sacher.at, bulldogbazar.com, www.encyclopedia.com, finniancolumba.be

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