Peter Drucker – der „Vater“ des modernen Managements 

Peter Drucker wird als der Begründer des modernen Managements bezeichnet. Vor ihm galt es als eine exakte Wissenschaft, ähnlich der Mathematik, die durch streng einzuhaltende Regeln und Postulate begrenzt war. Der Ökonom erkannte als Erster, dass jedes Unternehmen ein lebendiger Organismus ist und die Managementalgorithmen individuell angepasst werden müssen. Bis heute gilt der Wissenschaftler als einer der einflussreichsten Forscher in Theorie und Praxis des Managements, schreibt viennaski.eu.

Kindheit und Jugend

Peter Ferdinand Drucker wurde im November 1909 in Wien geboren. Der Junge wuchs in der wohlhabenden Familie eines hochrangigen Beamten, Adolf, und einer Ärztin und Hausfrau, Caroline Bondi, auf.

Dreimal pro Woche versammelten sich im Haus seiner Eltern Juristen, Ärzte, Psychologen und Wissenschaftler. Sie tranken Tee und führten weltliche Gespräche, in denen alles von Wirtschaft bis Psychoanalyse diskutiert wurde. Der kleine Peter lauschte mit Interesse den Gesprächen der Erwachsenen.

Nach dem Abschluss des Döblinger Gymnasiums im Jahr 1927 zog Drucker, da er in Wien keine Arbeit finden konnte, nach Deutschland. Dort begann er bei einem Verlag als Journalist zu arbeiten. 1931 erlangte er an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main den Doktortitel im Bereich des internationalen und öffentlichen Rechts.

Im Jahr 1933 zog er nach Großbritannien. Hier sammelte er nicht nur Berufserfahrung, sondern heiratete auch Doris Schmitz. 1934 feierten sie ihre Hochzeit und 1937 zogen sie endgültig in die USA.

Wissenschaftliche Tätigkeit

1934 besuchte Peter eine Vorlesung von John Maynard Keynes an der Universität Cambridge. Die Tagebucheinträge über diesen Tag markieren den Beginn seiner 70-jährigen Forschung im Bereich des Managements. Drucker war der Erste, der erklärte, dass im Geschäftsleben nicht der Unternehmer, sondern der Kunde im Mittelpunkt steht. Denn von ihm hängen die Nachfrage, die Beschäftigung der Mitarbeiter, deren Gehälter und das Niveau der Wirtschaft ab.

Die wissenschaftlichen Artikel über Wirtschaft und Politik, die er in den folgenden acht Jahren verfasste, machten ihn zu einer sehr interessanten Persönlichkeit für den damals größten Konzern der Welt. Bald darauf beauftragte „General Motors“ Peter mit der Erstellung eines politischen Audits. Das Ergebnis der zweijährigen Untersuchung dieses Unternehmens war das Buch „Concept of the Corporation“ (1946). Darin beschrieb der Theoretiker die Rolle der Führung in einem großen Unternehmen und erklärte, wie sich die Beziehungen zwischen Mitarbeitern und Arbeitgebern auf die Arbeitseffizienz auswirken. Drucker schrieb, dass Führung ein fiktiver Begriff sei, insbesondere für eine große Firma. Denn das Endergebnis hängt davon ab, wie die einfachen Mitarbeiter ihre Aufgaben erfüllen. Ein effektiver Manager ist jemand, der seine Position dem Personal richtig vermitteln und es zu einem angemessenen Ergebnis motivieren kann. Dank „Concept of the Corporation“ wurde Drucker eine bekannte Persönlichkeit im Consulting. Große Unternehmen begannen, bei ihm Audits in Auftrag zu geben.

1954 erschien Druckers populärstes Buch „The Practice of Management“. Darin verwendete er erstmals den Begriff „Management by Objectives“ (Führung durch Zielvereinbarung). Darunter verstand man, dass die Mitarbeiter dieselben Ziele verfolgen müssen, die auch das Unternehmen anstrebt. Daraus entstand die „SMART“-Methode.

Der Wissenschaftler erklärte, dass es optimal sei, einem Mitarbeiter 4-5 Ziele zu setzen. Eine geringere Anzahl führe zu Stillstand, eine größere zu Problemen. Dabei muss der Direktor alle notwendigen Instrumente zur Erfüllung der Aufgabe bereitstellen, um den Mitarbeiter nicht zusätzlich moralisch und physisch zu belasten. Zur Vereinfachung des Prozesses empfahl er, einen Zielbaum zu erstellen – mit anderen Worten, alle Schritte zur Erreichung des Ergebnisses zu planen.

Der Beitrag, den Peter Drucker zum Management geleistet hat, ist kaum zu überschätzen. Er brach mit der Vorstellung, dass dieser Bereich eine exakte Wissenschaft sei, und vereinte und systematisierte alles, was jemals über Wirtschaft und Marketing bekannt war. Anschließend wandelte er die Ergebnisse seiner Forschungen in Worte um, die selbst für einen angehenden Manager verständlich sind.

Im Laufe seiner Karriere schrieb Peter 39 Bücher, die in 36 Sprachen übersetzt wurden. Seine Hauptideen verbreitete der Ökonom nicht nur in seinen Werken, sondern auch von der Kanzel aus. Von 1942 bis 1949 lehrte er Politik und Philosophie am Bennington College in Vermont. Und von 1950 bis 1971 unterrichtete er Management an der New York University.

Interessante Fakten

  • In seiner Jugend las Drucker Adolf Hitlers Autobiografie „Mein Kampf“ und nahm sie sehr ernst. Erst die Ereignisse nach der Errichtung des Dritten Reiches zwangen den Theoretiker, seine Haltung gegenüber dem Führer Deutschlands zu überdenken.
  • Den Winter 1916-1917 überlebte die Familie Drucker dank der Restaurants von Eugenie Schwarzwald. Genau hier schüttelte der 8-jährige zukünftige Management-Theoretiker die Hand von Sigmund Freud. Bereits als Erwachsener schrieb er, dass Freud der wichtigste Mensch in Österreich und Europa sei.
  • Im Jahr 1943 erhielt der Theoretiker die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.
  • In Druckers Bibliografie gibt es auch belletristische Werke. Ein Stück widmete er dem Juristen Friedrich Julius Stahl, ein anderes trug den Titel „Die Judenfrage in Deutschland“. Beide Werke wurden von den Nationalsozialisten verboten und verbrannt.
  • Peter war ein brillanter Management-Theoretiker, arbeitete aber keinen einzigen Tag als Manager. Bevor er sich der Geschäftstheorie widmete, war er in der Versicherungs- und Buchhaltungsbranche tätig.

Am 11. November 2005 verstarb der Theoretiker und hinterließ eine große Anzahl von Werken, die von Zeitgenossen genutzt werden.

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