Moriz Jung war ein talentierter österreichischer Künstler, Aquarellist und Illustrator. Weltweite Bekanntheit erlangte Moriz durch die Schaffung von leuchtenden und malerischen Aquarellarbeiten. Das Schaffen dieses Künstlers zeichnet sich durch einen besonderen Stil und große Ausdruckskraft aus. Er experimentierte gekonnt und sehr erfolgreich mit leuchtenden Farben und schuf so dynamische Kompositionen. Auf diese Weise gelang es dem Künstler, seine Emotionen und Stimmungen zu vermitteln, schreibt viennaski.eu.
Eine kurze Karriere

Geboren wurde Moriz am 22. Oktober 1885 in Nikolsburg (heute Mikulov). Als Jugendlicher ging er zum Studium nach Wien. Von 1901 bis 1908 studierte er an der Wiener Kunstgewerbeschule in der Klasse von Alfred Roller. Das Talent des jungen Künstlers wurde von seinen Lehrern hochgeschätzt. Ein klares Beispiel dafür ist die Tatsache, dass Moriz bereits im Alter von 18 Jahren etwa 10 Arbeiten in der Publikation „Die Fläche“ veröffentlichte.
Noch als Student erhielt Jung den prestigeträchtigen Auftrag, das zweite Programmheft für das neu eröffnete „Cabaret Fledermaus“ in Wien zu gestalten. In dieser Zeit versuchte Jung, sich einen Namen zu machen, und veröffentlichte all seine Illustrationen und Karikaturen in verschiedenen Publikationen wie „Ver Sacrum“, „Erdgeist“ und „Der Ruf“. Bald darauf begann Moriz, für die „Wiener Werkstätte“, eine Vereinigung von Architekten und Künstlern, zu arbeiten. Neben Buchillustrationen entwarf er auch rund 63 Postkarten, die ihm großen Erfolg brachten.
Der Künstler schuf eine große Serie einzigartiger Karten zu den Themen Hunde, Gespräche und Musiker. Moriz Jung gestaltete auch gerne Plakate. Auf der Kunstschau 1908 wurden drei Werke des Künstlers ausgestellt.
1910 zog Jung nach Berlin, und damit begann eine neue, jedoch kurze Etappe in seiner Karriere. 1914 fand in Leipzig die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik statt. Dort wurde Moriz für ein einzigartiges Porträt von Kaiser Franz Joseph ausgezeichnet. Nach diesem Ereignis wurde Jung zum Militärdienst einberufen. Im September 1914 erlitt er eine Verwundung am linken Oberschenkel. Kaum von der Verletzung erholt, kehrte er an die Front zurück. Leider fiel Jung am 11. März 1915 in einem Gefecht an der Karpatenfront.
Die Besonderheiten seines Stils

Moriz arbeitete gerne im Freien, was es ihm ermöglichte, das natürliche Licht und die Atmosphäre der Umgebung einzufangen. Er malte gerne die Natur, Städte und Menschen in ihrem alltäglichen Leben. In seinen Werken zeigen sich deutlich eine weiche, zarte Technik sowie eine reiche Farbpalette. Jede Illustration für Bücher und Publikationen vermittelte die Atmosphäre und die Handlung des Werkes und verlieh ihnen einen visuellen Charme.
Die Kunst von Moriz war und ist nach wie vor gefragt; sie erfreut sich sowohl bei Sammlern als auch bei Kunstliebhabern großer Beliebtheit. Die Werke des Künstlers sind in verschiedenen Museen und Galerien zu sehen.
Weltweite Anerkennung

Analysiert man die zahlreichen Nachrufe, so lässt sich schließen, dass der Künstler bereits mit 29 Jahren breite Anerkennung gefunden hatte. So schrieb beispielsweise das „Prager Tagblatt“ am 16. Juli 1915, dass Moriz ein großes Talent besaß, verschiedene künstlerische Techniken genial beherrschte und eine Gabe für Erfindungsreichtum hatte. Eine andere Zeitung, das „Fremden-Blatt“, berichtete, dass Jung der talentierteste Karikaturist der modernen Wiener Schule war. Seine Holzschnitte und Schwarz-Weiß-Arbeiten wurden von Sammlern hochgeschätzt. Der immense Beitrag, den er für die österreichische Kunst leistete, wird niemals vergessen werden. Es ist erwähnenswert, dass Jung an der Front ein Tagebuch führte, das er vor seinem Tod Arthur Roessler übergab.
Trotz des kurzen Lebens, das ihm das Schicksal bestimmt hatte, erfreute Moriz die Menschen mit seinen einzigartigen Werken, von denen jedes eine Bedeutung in sich trug. Er liebte, was er tat, und in jedes seiner neuen Bilder legte der Künstler seine Seele. Sein unkonventioneller Ansatz und seine eigenwillige Sicht auf die Welt ermöglichten es ihm, Meisterwerke zu schaffen.