Anna Freud ist eine bekannte Persönlichkeit, nicht nur in Österreich, sondern auch weit über seine Grenzen hinaus. Die Frau trat in die Fußstapfen ihres Vaters. Im Laufe ihrer Karriere etablierte sie sich erfolgreich in Großbritannien und verfasste eine große Anzahl an Lehrbüchern, Büchern und publizistischen Artikeln, berichtet viennaski.eu.
Interesse an Psychologie seit der Kindheit

Anna wurde am 3. Dezember 1895 in Wien als Tochter des Psychoanalytikers Sigmund Freud geboren. Das Mädchen war das sechste und jüngste Kind. Aufgrund seiner beruflichen Auslastung widmete der Vater seiner Tochter wenig Zeit; ihre Erziehung übernahmen hauptsächlich ihre Mutter und die älteren Geschwister. Die Freuds lebten in Wohlstand und konnten sich daher die Dienste eines Kindermädchens leisten, das für Anna eine enge Freundin wurde.
Das Mädchen erzählte ihr von ihren Ängsten und Sorgen, die bald ihr Schicksal bestimmen sollten. Um ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen, luden die Freuds auch Hauslehrer zu sich ein.
Anna wuchs als ein neugieriges Kind auf. Im Alter von 13 Jahren begann sich das Mädchen für das Gebiet ihres Vaters zu interessieren — die Psychoanalyse. Sie las eine Reihe von Sigmunds Werken. Als er davon erfuhr, beschloss er, seiner Tochter mehr Aufmerksamkeit zu schenken und nahm ihre Erziehung schließlich selbst in die Hand.
Nach Abschluss des Schulprogramms trat Anna in eine spezielle Einrichtung ein, die zukünftige Lehrer ausbildete. Danach begann sie als Grundschullehrerin zu arbeiten und beobachtete parallel die Entwicklung der Kinderpsyche.
In ihrer Freizeit besuchte das Mädchen die Vorlesungen ihres Vaters, wo sie die Möglichkeit hatte, mit intellektuellen Männern zu verkehren. Später wurde ihr Vater aus objektiven Gründen ihr persönlicher Berater und Lehrer.
Eine erfolgreiche Karriere

Ende 1910 beschloss Anna, ihre Lehrtätigkeit aufzugeben. Sie schloss sich einem wissenschaftlichen Kreis hochgebildeter Menschen an. Das Mädchen verpasste keine internationale Veranstaltung, an der die Autoren einer Reihe fortschrittlicher Ideen teilnahmen.
In dieser Zeit setzte sich Freud das Ziel, Mitglied der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung zu werden. Zu diesem Zweck führte sie eine Untersuchung durch und hielt einen Vortrag.
1932 begann Anna als praktizierende Psychologin zu arbeiten und spezialisierte sich auf die Probleme von Jugendlichen und Kleinkindern. Ihre zuvor erworbene pädagogische Erfahrung half ihr mehr als die damals veröffentlichten Artikel und Handbücher.
Dank der Ratschläge und der Hilfe ihres Vaters konnte Freud eine gute Karriere aufbauen und Führungspositionen erreichen. Nachdem sie als Generalsekretärin der psychoanalytischen Gesellschaft internationale Anerkennung erlangt hatte, zog sie die Aufmerksamkeit vieler Menschen auf sich.

Bald gründete Anna unter Verwendung der von Sigmund zuvor entwickelten Methoden eine Richtung, die auf dem Konzept des „Ichs“ basierte. Im Zentrum der Ego-Psychologie, einem Teil des Neofreudianismus, standen kindliche Erlebnisse als Spiegel des Seins.
Annas Patienten waren Jugendliche. Durch die Arbeit mit ihnen konnte sie sich mit dem Familienrecht vertraut machen und die Ergebnisse der Sitzungen in einer Reihe von wissenschaftlichen Artikeln beschreiben. Den größten Teil ihrer persönlichen Zeit widmete Freud ihrer Klinik, in der sie hilfsbedürftigen Kindern half.
Anna leistete einen großen Beitrag zur Wissenschaft, indem sie die Spieltherapie anwandte, die sich wirksam auf den psychologischen Zustand der Opfer des Zweiten Weltkriegs auswirkte. Viele der in den psychologischen Werken beschriebenen Fälle waren interessant und zugleich komplex.
Freuds Kollegen aus verschiedenen Ländern der Welt erkannten ihre Autorität an, und die von ihr in wissenschaftlichen Arbeiten vorgestellten Theorien werden sogar in der modernen Medizin verwendet. Zwei einzigartige Bücher von Anna, „Das Ich und die Abwehrmechanismen“ und „Einführung in die Psychoanalyse für Pädagogen“, die 1930 veröffentlicht wurden, sorgten in der Gesellschaft für Furore.
Den Lesern gefiel die zugängliche Darstellung der Werke; jeder konnte leicht eine Antwort auf seine Fragen finden. Als Garantie für die erfolgreiche Behandlung von Kindheitstraumata galt die zeitnahe Beseitigung praktischer äußerer Bedrohungen.
Das Sprungbrett für Annas praktische und wissenschaftliche Tätigkeit war die Hampstead Clinic in England. Auf der Grundlage dieser Einrichtung wurden Kurse für Interessierte ins Leben gerufen. Freud entwickelte ein Weiterbildungsprogramm und bildete eine große Anzahl von Ärzten aus.
Im Jahr 1982 verstarb Anna Freud in ihrer Villa in London. Ihr Haus mit seinem einzigartigen Design, einer großen Anzahl persönlicher Dokumente und Fotoarchiven wurde in ein Museum umgewandelt.