In Wien wurden zahlreiche talentierte Menschen geboren, die in ihrem Fach glänzende Erfolge erzielen konnten. Die Brüder Schrom waren einige von ihnen. Sie traten auf derselben Bühne auf wie Sammy Davis, Jerry Lewis und Frank Sinatra. Ihre akrobatische Show wurde vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert. Über das Leben und den Erfolg dieser Brüder lesen Sie hier viennaski.eu.
Der steinige Weg zum Traum

Karl, Josef und Bert Schrom wurden in der Kasernensiedlung Hochleiten, unweit von Wien, geboren und wuchsen dort auf.
Diese Siedlung hatte nicht den besten Ruf. Sie wurde während des Ersten Weltkriegs als Spital erbaut, und in der Nachkriegszeit ließen sich hier Menschen aus den unteren sozialen Schichten nieder.
Im Jahr 1930 lebten hier 3500 Menschen, von denen fast alle arbeitslos waren. In der Zeit des Austrofaschismus begann der Bau einer städtischen Wohnanlage. Nach dem Anschluss siedelten sich hier jüdische Familien an, deren Häuser enteignet worden waren.
Die Familie Schrom war im Bezirk bekannt, was kaum verwunderlich ist, denn sie hatten 16 Kinder. Als das Familienoberhaupt starb, begannen die Kinder, selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.
Unter ihnen war das dritte Kind, Karl (geboren 1924), der sich für die Akrobatik begeisterte und aktiv Handstände und andere Tricks übte, womit er seinen Brüdern ein Vorbild war.
1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, sodass der junge Mann sein Training für eine Weile unterbrechen musste. Nachdem er bei Monte Cassino in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten war, wurde er in ein Gefangenenlager gebracht. Von dort aus schrieb Karl Briefe an seine Zwillingsbrüder Josef und Bert. In diesen gab er Ratschläge zum Üben des Handstands und anderer akrobatischer Nummern.
1948 kehrte Karl nach Hause zurück und gründete gemeinsam mit seinen Brüdern die Truppe „Carsony Brothers“ (der Name leitet sich von Fort Carson ab).
Um berühmte Akrobaten zu werden und weltweite Anerkennung zu erlangen, reisten die Brüder in die USA. Durch die Kombination von technischer Perfektion und Talent gelang es ihnen, sich in einem Umfeld mit starker Konkurrenz durchzusetzen. Es bedurfte jedoch langer Arbeit, um vorteilhafte Kontakte zu knüpfen.
Der Varietékünstler Bob Hope half den Jungen, sich weltweit einen Namen zu machen, indem er das Trio in seine Show aufnahm. Ihren Erfolg auf der Bühne verdankten die Brüder jedoch ihrer Disziplin und ihrem Mut. Um Aufmerksamkeit zu erregen, übte Karl den Handstand mit einem Spazierstock an den extremsten Orten: in der Höhe der Leuchtreklamen des Nachtclubs „Ciro’s“ in Hollywood und am Rande von Wolkenkratzern.
Erfolg mit tragischem Ende

Ihre Bemühungen verhalfen den Schroms zu großen Höhen. Sie traten in Hollywood, Las Vegas, in der Ed Sullivan Show, in Monaco und sogar vor der Königin selbst in London auf.
Die Gagen stiegen, und neue berühmte Freundschaften entstanden. Es schien, als hätten sie es geschafft, die ganze Welt sprach über sie. Doch niemand ahnte, dass ihre Erfolgsgeschichte schon bald ein trauriges Ende nehmen würde.
Im Jahr 1964 nahm sich Bert das Leben, und einen Monat später folgte ihm sein Bruder Josef. Die Motive für diese Tat sind von Geheimnissen umhüllt. Nach dem Tod seiner Brüder war Karls Karriere am Ende. Allein konnte er den früheren Erfolg nicht wiederholen. Karl starb 2012 und wurde im Familiengrab der Schroms am Semmering beigesetzt.
Ein Film zu Ehren der Brüder

Im Jahr 2014, nachdem die Regisseurin Barbara Weissenbeck vom Leben der drei Brüder vom Semmering erfahren hatte, drehte sie den Dokumentarfilm „Die Carsony Brothers – von Simmering nach Las Vegas“, der 2014 auf dem Fernsehsender „ORF“ ausgestrahlt wurde.
Die Entstehung des Films wurde dank Berts Tochter, Brigitte Lechner, möglich. Sie stellte der Regisseurin Filmmaterial mit Aufnahmen von den Auftritten der Brüder zur Verfügung. Darüber hinaus erzählte sie Details aus ihrem Leben. Der entstandene Film holte die Geschichte der Carsony Brothers aus der Vergessenheit.
Im Jahr 2016 wurde ein Park in Simmering nach ihnen benannt.
Analysiert man all diese Informationen, kann man schlussfolgern, dass die Brüder ihren Erfolg durch enorme Anstrengungen erzielen konnten. Sie mussten schlaflose Nächte verbringen, täglich ihre Handstandfähigkeiten verfeinern und sahen ihre Frauen und Kinder nur selten. Sie verfolgten zielstrebig ihr Ziel, überwanden alle Hindernisse und erreichten es schließlich.